Wachstum im Bruttoinlandsprodukt

Als einer der führenden Lieferanten von Rohöl waren die VAE anfangs dank der hohen Erdölpreise, die im Juli 2008 eine Rekordhöhe von US$147 erreicht hatten, vom weltweiten Konjunkturrückgang abgeschirmt gewesen. Als sich die Krise jedoch vertiefte und zu einem Rückgang in der Nachfrage nach Erdöl führte, so dass der Preis von seinem Höchststand im Juli 2008 auf weniger als ein Drittel zurückging, waren schließlich auch die VAE davon betroffen. In den letzten Monaten von 2008 wurden die Erschütterungen, die die Weltwirtschaft zum Beben brachten, schließlich auch in der Region mit dem Ausweiten der Länder-Risikoaufschläge, der Rückführung großer privater Kapitalzuflüsse und einem scharfen Rückgang in den Börsenindices fühlbar.

Ein weiterer Beweis für die enge Integration der VAE in der Weltwirtschaft war der Einbruch auf dem Bau- und Immobiliensektor, die eine Hauptstütze im wirtschaftlichen Wachstum des Landes gewesen waren. Diese Faktoren hatten insgesamt zur Folge, dass das Wachstum der VAE für 2009 im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich niedriger ausfiel. Im Oktober 2009 prognostizierte das Wirtschaftsministerium einen Anstieg um 1,3 % für das Jahr. Der IWF verbesserte seine BIP-Prognose im November 2009 von der im Mai vorausgesagten Schrumpfung um 0,6 % auf ca. 0,2 %. Außerdem prognostizierte der IWF, dass die VAE 2010 mit einem Wachstumsanstieg um 2,4 % wieder positive

Wachstum des BIP im Jahr 2008 insgesamt und für ausgewählte Branchen

Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftstätigkeit (in Mio. Dirham)

Zahlen schreiben würden. Andere Analysten sind aber noch optimistischer. So sagt die Economist Intelligence Unit z.B. eine Wachstumsrate von 3,4 % voraus, während die Emirates Industrial Bank erwartet, dass die Wirtschaft 2010 um bis zu 5 % anwachsen wird.

Die Zahlen für 2009 standen in deutlichem Gegensatz zu denen des Jahres 2008, als das Wachstum im BIP der VAE 7,4 % erreicht hatte. Treibende Kraft bei diesem Anstieg war der Öl- und Gassektor, der vor allem aufgrund der erhöhten Erdölpreise um 35,6 % zugenommen hatte. Weitere starke Wachstumssektoren waren 2008 u.a. der Bausektor (26,1 %), die Herstellungsindustrie (17,2 %), der Finanzsektor (15,9 %), der Groß-/Einzelhandel und Reparaturdienste (18,7 %) und Restaurants und Hotels (15,1 %).